Nitrat im Grundwasser - Düngemittel belastet Gewässer

Die Nitratwerte im deutschen Grundwasser überschreiten, auch heute noch, an 28 Prozent der berücksichtigten Messstellen die Grenzwerte für das gesundheitsschädliche Düngemittel. In NRW, dem Bundesland mit der höchsten Viehdichte, wird der Grenzwert von 50mg/l teilweise um das Vielfache überschritten. Die Landwirtschaft gilt als Hauptverursache des Nitrat-Problems. Gülle, Mist und Gärreste aus Biogasanlagen enthalten Nitrat, das eigentlich ein wertvolles Düngemittel ist. Die Überdüngung hingegen bedeutet einen schweren Eingriff in den Boden. Eine Verringerung der Artenvielfalt, Algen in Süßgewässern und eine erhöhte Gesundheitsgefahr, insbesondere für Schwangere und Kleinkinder, sind nur einige der zahlreichen Folgen. Problematisch ist auch das zu hohe Vorkommen von Phosphor. Dies begünstigt das Algenwachstum, was derzeit an Nord- und Ostsee stetig zugenommen hat. Auf lange Sicht kann es den einzelnen Bürger teuer zu stehen kommen, wenn Deutschland der Problematik nicht Herr wird. Zusätzliche Kosten für die Trinkwasserversorgung sind nicht ausgeschlossen, auch wenn bislang noch keine Beeinträchtigungen zu verzeichnen sind und im Kreis Höxter eine Kostensteigerung noch nicht zur Debatte steht. Die stärkere Kontrolle und Überwachung der Gülleverordnung, im Übrigen Ländersache, war nur ein erster Schritt, um die Überschreitung zu minimieren. Zukünftig soll eine Landesverordnung das Einbringen von Gülle in bereits
belasteten Gebieten regeln. Diese Maßnahmen werden aller Voraussicht nach das Problem nicht lösen. Stattdessen bedarf es der Eindämmung der Massentierhaltung und einer Förderung ökologischer Viehhaltung. Darüber hinaus muss eine bundeseinheitliche Lösung zum Umgang mit Nitrat gefunden werden. Verschärfte Düngeregeln stehen seit 2016 in der Novelle des Düngerechts. Hierbei handelt es sich vor allem um Sperrfristen, in denen die Landwirte keine Düngemittel aufbringen dürfen und um eine Obergrenze für die Verwendung von Düngemitteln. Liebe Genossinnen und Genossen, diesem wichtigen Umweltthema werden wir auch weiterhin unsere Aufmerksamkeit widmen. Es gilt die berechtigten Interessen der Menschen, unserer Umwelt, aber auch der Landwirtschaft, zu berücksichtigen und möglichst in Einklang zu bringen!

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